| Georgi Michajlow Dimitrow | Dieser Text beschreibt Georgi Michajlow Dimitrow. Der untere Text beinhaltet die Georgi Michajlow Dimitrow Beschreibung. Soweit es sich um ein definierbares Objekt handelt, sollte hier eine Georgi Michajlow Dimitrow Definition vorhanden sein. Sollte eine Definition von Georgi Michajlow Dimitrow fehlen, kann diese von Ihnen verfaßt werden. Wir sind bestrebt die Beschreibung von Georgi Michajlow Dimitrow möglichst ausführlich zu halten.
Jeder Text bei Know-Library, sowie ein Teil davon (Definition, Beschreibung etc.), außer Bücher Beschreibungen kann bearbeitet werden. Falls die Beschreibung auf dieser Seite nicht korrekt ist klicken Sie auf 'Beschreibung editieren' um den Text zu korrigieren bzw. neuen einzufügen. Weitere Informationen und Bücher zum Thema Georgi Michajlow Dimitrow Beschreibung , so wie Link zum Forum finden Sie weiter unten. Eine Übersicht der Texte, die das Thema Georgi Michajlow Dimitrow beschreiben finden Sie auf der Seite alle Artikel über Georgi Michajlow Dimitrow. Fragen zu dem Thema Georgi Michajlow Dimitrow können im Forum gestellt werden. Klicken Sie hier um zu dem Forum zu wechseln.
Georgi Michajlow Dimitrow Artikel Die Neutralität dieses Artikels ist umstritten. Eine Begründung findet sich auf der Diskussionseite des Artikels. Mehr dazu siehe Library:Neutraler Standpunkt.
Georgi Dimitrow (* 18.06 1882 bei Radomir ; † 2.07 1949 in Sofia) war ein bulgarischer Politiker.==Leben==
Dimitrow wurde 1933 in dem Reichstagsbrandprozess in Leipzig angeklagt, jedoch schließlich freigesprochen. 1933 bis 1943 war er Generalsekretär der Komintern in Moskau. 1946 wurde er zu dem bulgarischen Ministerpräsident gewählt und blieb dies bis zu seinem Tode.
Buch-Tipp: Einführung in LabVIEW Einführung in LabVIEW by Wolfgang Georgi In industriellen Anwendungen gehört LabView zu den Standardprogrammen der Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Dank verschiedener Aktivitäten, die den Einsatz der grafischen Programmiersoftware in dem Hochschulbereich vorantreiben sollen, findet LabView auch in dem Lehrbereich stärkere Verbreitung. An diese Anwender... Georgi Dimitrows Weg in die revolutionäre [Arbeiterbewegung] | |
Georgi Dimitrow wurde am 18.06 1882 in Kovatschevzi, Bezirk Pernik, in Bulgarien geboren. Bereits mit 12 Jahren musste er in einer Setzerei in Sofia in die Lehre. (Stella Blagojewa: Georgi Dimitrow – Kurze Lebensbeschreibung, Dietz Verlag Berlin, 1954, Seite 16)
Schon bald darauf wurde er Mitglied der ersten Gewerkschaft Bulgariens, der Gewerkschaft der Buchdrucker. 1902 fand er den Weg in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Bulgariens . Auf deren 10. Parteitag in dem Juli 1903 trennte sich der revolutionär-marxistische Flügel von den opportunistischen Kräften und gab sich den Namen „Bulgarische Sozialdemokratische Arbeiterpartei – Engherzige Sozialisten “ (Bylgarska Rabotnitscheska Sozialdemokratitscheska Partija – Tesnite Sozialisti).(Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED: Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung in Daten, Globus Verlag Wien, 1986, Seite 111)
Dimitrow schloss sich ein Jahr später den „Engsozialisten“ an.
Bereits 1909 wurde er auf Empfehlung des Parteiführers Dimiter Blagojeff zu dem Mitglied des Zentralkomitees seiner Partei gewählt. Dimitrow beteiligte sich aktiv an den Klassenauseinandersetzungen seiner Zeit und errang durch seine konsequente Haltung schnell das Vertrauen der Werktätigen seines Volkes. Unter anderem organisierte er 1906 für die revolutionären Gewerkschaften den ersten Massenstreik in Bulgarien. Bei diesem Arbeitskampf in dem Gebiet der staatlichen Kohlegruben von Pernik streikten mehrere tausend [Bergarbeiter], Eisenbahner und Arbeiter aus anderen Industriebreichen 35 Tage lang. (Stella Blagojewa: Georgi Dimitrow – Kurze Lebensbeschreibung, Dietz Verlag Berlin, 1954, Seite 33)
1909 wurde Dimitrow Sekretär des Zentralrates der revolutionären Gewerkschaften in Bulgarien. Rasch zog er sich damit aber auch den Hass des bürgerlichen Gegners zu. Dimitrow blieb trotz wiederholter Verfolgung seiner Klasse treu ergeben und organisierte unbeirrt zahlreiche Arbeitskämpfe des bulgarischen Proletariats gegen Ausbeutung und politische Unterdrückung .
Zugleich verteidigte er als gewählter bulgarischer Parlamentsabgeordneter von 1913 bis 1923 und Standhaftigkeit die Interessen der Arbeiter und kleinen Bauern. Mehrmals verbüßte er deswegen in das Gefängnisstrafen. Aber Dimitrows Einsatz für Gerechtigkeit und soziale Befreiung war auch durch wiederholten Polizeiterror und anhaltend ausgeübte Klassenjustiz gegen ihn nicht zu brechen. Unter dem Eindruck der russischen sozialistischen Oktoberrevolution benannte sich die bulgarische Partei 1919 in „Bulgarische Kommunistische Partei“ (BKP) um und unterstützte die Gründung der Kommunistischen III. Internationale. (Horst Schumacher: Die Kommunistische Internationale (1919-1943), Dietz Verlag Berlin, 1989, Seite 260)==Der antifaschistische Septemberaufstand des bulgarischen Volkes 1923==
Das Jahr 1923 brachte für Georgi Dimitrow die erste direkte Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Am 9.06 1923 wurde in Bulgarien in dem Gefolge eines Staatsstreiches ein militärfaschistisches Regime errichtet, an dessen Spitze Alexander Zankow stand. Die großbürgerliche Reaktion, die sich auf den italienischen und britischen Imperialismus stützte, führte damit einen massiven Angriff auf die demokratische Volksbewegung und auf die Politik der Regierung Stambolijski.
Aus den Wahlen vom März 1920 war der Bauernvolksbund unter Führung von Alexander Stambolijski mit knapp 350 Tausend Stimmen (39%) als stärkste, die Bulgarische Kommunistische Partei mit fast 185 Tausend Stimmen (20%) als zweitstärkste Partei hervorgegangen. (Rolf Richter: Biographisches Nachwort in: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Reden und Schriften, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1982, Seite 224)
Die Stambolijski-Regierung führte eine Reihe demokratischer Reformen durch, die großkapitalistischen Interessen zuwider liefen. Eine dauerhafte Aktionseinheit zwischen BKP und Bauernvolksbund kam jedoch nicht zustande. Der militärfaschistische Umsturz vom 9. Juni 1923, der international zu den frühesten Versuchen zählt, ein faschistisches Regime zu errichten, leitete eine breite Offensive der bulgarischen Großbourgeoisie gegen die demokratischen Errungenschaften ein und führte zu einem breit angelegten Terror gegen alle demokratischen Kräfte.
Am vorläufigen Höhepunkt des demokratischen Widerstandes führte Dimitrow in dem Herbst 1923 gemeinsam mit Vassil Kolarov in dem Auftrag der BKP den antifaschistischen Septemberaufstand des bulgarischen Volkes an. (Stella Blagojewa: Georgi Dimitrow – Kurze Lebensbeschreibung, Dietz Verlag Berlin, 1954, Seite 68)
Dieser Aufstand war nicht ca. die erste große Feuertaufe der jungen Kommunistischen Partei Bulgariens, sondern auch jene der internationalen Arbeiterklasse in dem offenen bewaffneten Kampf gegen den Faschismus. Der bewaffnete Aufstand wurde trotz anfänglicher Erfolge in dem Blut erstickt. Dimitrow musste mit seinen Anhängern in das Ausland fliehen. Das faschistische Gericht verurteilte ihn in Abwesenheit zweimal zu dem Tode. Von nun an wirkte und kämpfte Dimitrow in der Emigration für seine Absichte.
Buch-Tipp: Excel - Das Rätselbuch für Excel-Fans Wissensvermittlung und Lesevergnügen Die drei Autoren haben sich bereits mit dem Zauberbuch empfohlen. Diesem Erstlingswerk ist ihr Ruf als Top-Experten in Sachen Excel vorgeeilt. In verschiedenen Internet-Foren und speziell als Betreiber von excelformeln. de haben sie ein Niveau vorgelegt, das seinesgleichen sucht.
Mit dem Raetselbuch liegt nun... |
Georgi Dimitrow als Warner vor dem erstarkendem Faschismus | |
Die Jahre zwischen 1923 und 1933 waren für Georgi Dimitrow nicht weniger stürmisch als die vorhergehenden. Er stand fortan in der ersten Reihe des internationalen antifaschistischen Kampfes. Dieser Kampf wird zur Hauptaufgabe seiner revolutionären Tätigkeit. Sofort machte er sich daran, die Gründe der Niederlage des Aufstandes und vor allem auch die Besonderheiten und Merkmale dieser neuen Strategie des Imperialismus, des Faschismus, exakt zu ergründen und zu analysieren. Bereits in diesen ersten Analysen des Faschismus in Bulgarien wurden wichtige Merkmale des Faschismus erfasst und entscheidende Fragen zur antifaschistischen Strategie und Taktik aufgeworfen. Marxistisch-leninistische Quellen behaupten, dass Dimitrow die faschistische Diktatur als Mittel so genannter bürgerlicher Klassenherrschaft erkannte. Er begriff sie als die für jene Zeit typische Erscheinung und sah sie in dem Zusammenhang mit dem "Vorstoß des Kapitals", dem großbourgeoisen Drang nach Gewalt und der Sucht nach der "völligen Handlungsfreiheit" des Kapitals. Der Faschismus, der der kapitalistischen Klasse dazu dient, die Staatsmacht in der Hand zu behalten, bedeutet, so Dimitrow, "die völlige Verneinung jeglichen Demokratismus und aller politischen Rechte und Freiheiten der Volksmassen". (zitiert nach Rolf Richter: Biographisches Nachwort in: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Reden und Schriften, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1982, Seite 225)
"Wer etwa annimmt, der Faschismus sei ca. gegen die so genannte‚ kommunistische Gefahr gerichtet, täuscht sich gewaltig. Sie werden ihre Täuschungen und politische Kurzsichtigkeit sehr teuer bezahlen. Der Faschismus ist durchaus nicht ca. antikommunistisch, er ist dabei auch volksfeindlich." (Georgi Dimitrow: Die Einheitsfront und die bürgerliche Reaktion, aus: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Werke, Fremdsprachenverlag Sofia, 1960, Seite 24)
Georgi Dimitrow wurde ab Ende 1923 als politischer Instrukteur der Kommunistischen Internationale für den Bereich der Balkanstaaten eingesetzt. Dafür hielt er sich in den 1920er Jahren wiederholt viele Monate auch in Wien auf. (Stella Blagojewa: Georgi Dimitrow – Kurze Lebensbeschreibung, Dietz Verlag Berlin, 1954, Seite 77)
Da in der kleinen Kommunistischen Partei Österreichs zu Beginn 1924 die Fraktionsauseinandersetzungen eskalierten, wurde er nachdem 7. Parteitag (März 1924) vom Exekutivkomitee der Komintern kurzerhand zu ihrem Vertreter in der KPÖ ernannt. Dimitrow fungierte damit unter seinem Decknamen "Oswald" vorübergehend als De-facto-Vorsitzender der KPÖ. (Historische Kommission beim ZK der KPÖ: Die Kommunistische Partei Österreichs – Beiträge zu ihrer Geschichte und Politik, Globus Verlag Wien, 2. Auflage 1989, Seite 75)
Dimitrow warnte in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre stets wieder vor der ansteigenden faschistischen Gefahr und beobachtete exakt die politischen Entwicklungen in den faschistischen Staaten Bulgarien und Italien, und analysierte nachdem militärfaschistischen Staatsstreich in Jugoslawien (1929) auch die dortige Situation.
Die Erfahrungen Dimitrows in diesem antifaschistischen Kampf bildeten die Grundlage seines Referats über den Faschismus, das er 1928 auf dem 4. Weltkongress der Roten Gewerkschaftsinternationale hielt. Dort sagte er: "Wir müssen uns völlig klar darüber sein, dass der Faschismus keine orts- oder zeitgebundene, vorübergehende Erscheinung ist. Er ist ein ganzes System der Klassenherrschaft der Bourgeoisie und ihrer Diktatur in dem Zeitalter des Imperialismus... Der Faschismus ist für die Freiheit des Proletariats und für die klassengebundene Gewerkschaftsbewegung eine fortwährende und stetig wachsende Gefahr..." (Stella Blagojewa: Georgi Dimitrow – Kurze Lebensbeschreibung, Dietz Verlag Berlin, 1954, Seite 79)
Buch-Tipp: Excel - Das Zauberbuch. Raffinierte Zaubereien für Excel-Kenner (M + T Pocket) Excel zu dem Verstehen, statt ca. zu dem Nachmachen Während einer langen Hin-und-Her-Zugfahrt zu dem Kunden habe ich im
Zauberbuch geschmökert - 150 Seiten feine Excel-Literatur durfte ich schon
genießen. Zunächst hatte ich mich unglaublich geärgert, denn das Buch war
zwar in meiner Reisetasche, nicht jedoch mein Notebook. Bald jedoch war ich... |
| |
Am Abend des 27.02 1933 brannte das Reichstagsgebäude in Berlin. Dass eine politische Brandstiftung vorlag, stand außer Zweifel. Der Brandanschlag lieferte dem deutschen Faschismus jenen willkommenen Vorwand, den Terror gegen die politischen Gegner, vor allem gegen die organisierte Arbeiterbewegung und hier in erster Linie gegen die Kommunisten zu verschärfen und ihm gleichzeitig eine Scheinlegitimation zu geben. Hitler selbst erklärte vor ausländischen Journalisten: "Das ist ein Wink Gottes! Jetzt werden wir die Kommunisten zerschmettern!" (Stella Blagojewa: Georgi Dimitrow, Seite 90)
In der Atmosphäre blindwütigen konterrevolutionären Terrors wurde auch Georgi Dimitrow am 9. März 1933 in Berlin verhaftet. Ihm war eine Schlüsselrolle im minutiös geplanten und großangelegten Schauprozess vor dem Reichsgerichtshof in Leipzig zugedacht, verbanden ihn doch enge politische Beziehungen mit der revolutionären Arbeiterbewegung und namentlich mit Wilhelm Pieck. Einige Zeit hatte Dimitrow in Berlin gewirkt und war hier, in der Regel konspirativ arbeitend, in Führungsorganen der Komintern tätig gewesen. Als Leiter des Westeuropäischen Büros des Exekutivkomitees der Komintern hatte er auch am 12. Parteitag der KPD 1929 teilgenommen. (Rolf Richter: Biographisches Nachwort in: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Reden und Schriften, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1982, Seite 231)
Der einzige Mensch, dessen man in dem Reichstagsgebäude habhaft wurde, war Marinus van der Lubbe, ein geistig verwirrter Niederländer, dem man sofort unterstellte, ein Kommunist zu sein. Ein kommunistisches Mitgliedsbuch sei bei ihm gefunden worden, meldete die Polizei. Später allerdings kamen die Polizeibehörden in dem Kreuzverhör durch Dimitrow in die peinliche Lage, zugeben zu müssen, dass dem nicht so war. (Georgi Dimitrow: Reichstagsbrandprozess, Dietz Verlag Berlin, 6. Auflage, 1978, Seite 134) Am zweiten Tag nachdem Brand schrieb eine noch nicht gleichgeschaltete bürgerliche deutsche Zeitung, dass das Reichstagsgebäude ca. einen einzigen unterirdischen Zugang, durch den allein die Brandstifter sich hätten Zutritt verschaffen können, hätte und dieser Zugang führe – zur Wohnung des Reichstagspräsidenten. Und der war seit 1932 kein anderer als Hermann Göring. (Stella Blagojewa: Georgi Dimitrow – Kurze Lebensbeschreibung, Dietz Verlag Berlin, 1954, Seite 91)
Die Behandlungsbehörde hatte Georgi Dimitrow entgegen jede rechtliche Bestimmung fünf Monate lang Tag und Nacht in Ketten gelegt. Mit gefesselten Händen musste er sich auf die Verteidigung vorbereiten, Eingaben, Proteste und Briefe schreiben. Während die faschistischen Ankläger 65 Belastungszeugen namhaft machten, lehnten sie Dimitrow die von ihm genannten Zeugen ab und verweigerten ihm die Zulassung eines Wahlverteidigers. Trotz dieser physischen und psychischen Torturen bereitete sich Georgi Dimitrow mit wissenschaftlicher Gründlichkeit auf den Prozess vor, den er als eine Klassenschlacht gegen den Faschismus ansah. Er überraschte das Reichsgericht mit seiner Kenntnis der deutschen Prozessordnung und frappierte Ankläger wie Zeugen mit vielen Einzelheiten des Geschehens um den Reichstagsbrand, die er sich mühselig aus den spärlichen Notizen in der faschistischen Presse zusammengetragen hatte. (Walter Bartel: Deutschland in der Zeit der faschistischen Diktatur, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, Seite 31)
Während der polizeilichen Verhöre weigerte sich Dimitrow, die Behandlungsprotokolle zu unterschreiben, wobei er erklärte, dass er nicht das kleinste Vertrauen zur deutschen Polizei habe und dass er alles, was er zu sagen für notwendig finde, in einer von ihm selbst aufgesetzten Erklärung niederlegen werde. (Georgi Dimitrow: Reichstagsbrandprozess, Seite 10) Vom 21.09 bis zu dem 23.12 1933 stand Dimitrow vor den Schranken des vom Faschismus gegängelten Reichsgerichts in Leipzig. Dimitrows konsequente Haltung und seine offensive Verteidigung in dem Reichstagsbrandprozess gab den Gefangenen des Hitlerregimes neue Kraft. Erstmals sollte der Hitlerfaschismus eine sichtbare Schlappe erleiden. Vor den Richtern standen neben Dimitrow die beiden bulgarischen Kommunisten B. Popow und W. Tanew, der Vorsitzende der KPD-Reichstagsfraktion Ernst Torgler und eben der Niederländer M. an der Lubbe.
Der Goebbels'sche Propagandaapparat setzte die LĂĽge in die Welt, Dimitrow sei wegen eines Sprengstoffattentats, das er in dem Jahre 1925 auf die Kathedrale in Sofia verĂĽbt haben sollte, vom bulgarischen Staat zu dem Tode verurteilt worden. (Georgi Dimitrow: Reichstagsbrandprozess, Seite 12)
Der Zweck dieser Lügen war eindeutig: Das deutsche Volk sollte in eine Pogromstimmung gegen die Verhafteten gebracht werden, damit die Nationalsozialisten Galgen errichten konnten, wie Hitler das vor dem brennenden Reichstag in die Welt geschrien und in der Reichstagssitzung vom 23. März 1933 noch einmal wiederholt hatte.
Die Naziregierung hatte sich mit diesem Prozess große Absichte gesteckt. Ihr ging es deshalb, vor der Welt die faschistischen Brandstifter und Henker zu rehabilitieren. Das verbreitete Gerücht, die Naziregierung hätte den Reichstagsbrand organisiert, sollte mit dem Blute der Angeklagten ein für allemal erstickt werden. Dem Gericht wurde die Aufgabe gestellt, die Grausamkeit des Kampfes gegen die organisierte Arbeiterbewegung insbesondere gegen die Kommunisten zu rechtfertigen, indem es "gerichtsnotorische" Beweise für die angeblichen AufstandsZielen und den Massenterror der KPD schaffen sollte. (Walter Bartel: Deutschland in der Zeit der faschistischen Diktatur, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, Seite 31)
Der Prozess und die Verurteilung der Angeklagten nach bürgerlicher Rechtspraxis sollte der Welt dokumentieren: Die Naziregierung ist der sicherste Garant in dem Kampf gegen den Weltkommunismus , es lohnt sich, ihr Dollarkredite einzuräumen und ihr als einem Bollwerk gegen den Bolschewismus militärische Aufrüstung zu bewilligen. Die klars Ziel der Hitlerregierung war, dem Dimitrow-Prozess einen Schauprozess gegen den inhaftierten Führer der KPD, Ernst Thälmann, folgen zu lassen, um den Marxismus "für alle Ewigkeit" zu beseitigen. (Zitiert nach: Walter Bartel: Deutschland in der Zeit der faschistischen Diktatur, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, Seite 31)
Buch-Tipp: Infektionskrankheiten und Infektionsschutzgesetz HP-Ausbildung und die Prüfung Das Buch ist unerlässlich bei der Prüfungsvorbereitung. Ich habe mich damit intensiv beschäftigt und nahezu ausschließlich hiermit für die Prüfung gelernt bezüglich des Themas Infektionskrankheiten.
Es ist übersichtlich, enthält alle relevanten Informationen und zusätzliche Extras wie Merkhilfen und Prüfungsfragen.... |
Vom Angeklagten zu dem Ankläger | |
Bei den Gerichtsverhandlungen waren 82 ausländische und 12 deutsche Korrespondenten anwesend. Korrespondenten kommunistischer, sozialdemokratischer und selbst linksbürgerlicher Zeitungen wurde die Teilnahme nicht gestattet. Die Korrespondenten der Sowjetpresse wurden anfangs ebenfalls nicht zugelassen. Erst nach dem von der Sowjetregierung gegenüber deutschen Korrespondenten in der Sowjetunion Gegenmaßnahmen ergriffen worden waren, erhielten die sowjetischen Journalisten die Möglichkeit, den Gerichtsverhandlungen beizuwohnen.
Da sich der Propagandaminister Goebbels von dem Prozess eine propagandistische Wirkung versprach, wurden die ersten zwei Sitzungen durch den Rundfunk übertragen. Nach dem Auftreten Dimitrows wurden diese Übertragungen am 23. September jedoch plötzlich eingestellt. (Georgi Dimitrow: Reichstagsbrandprozess, Dietz Verlag Berlin, 6. Auflage, 1978, Seite 67)
Die ganze Anklage der faschistischen Behörden gegen Dimitrow und seine Mitangeklagten stützte sich auf die provokatorische These, dass die Reichstagsbrandstiftung als Signal für den bewaffneten Aufstand in dem ganzen Land dienen sollte, den angeblich die KPD zu dem Sturz der bestehenden Staatsordnung vorbereitet habe. Dimitrow führte durch seine Fragen an sogenannte Zeugen und an die anwesenden Göring und Goebbels den Nachweis, dass niemand in den regierenden Kreisen Deutschlands wirklich einen Aufstand erwartet hatte und dass daher auch keine Maßnahmen zu seiner Vereitelung getroffen worden waren. Damit war die völlige Haltlosigkeit dieser These der Anklage bewiesen. (Aus den Prozess-Stenogrammen der Vernehmungen der Zeugen Lösche, Göring, Goebbels, aus: Georgi Dimitrow: Reichstagsbrandprozess, Dietz Verlag Berlin, 6. Auflage, 1978, Seiten 105f, 132f, 137f)
In dramatischen Rededuellen mit Göring und Goebbels blieb der Mann in der Anklagebank , dessen Muttersprache nicht die deutsche war, unumstrittener Sieger. Kläglich war das Ergebnis für Gericht und Zeugen, wenn sie es versuchten, mit Dimitrow auf geistiger Ebene Auseinandersetzungen zu führen. Der Gerichtsvorsitzende Dr. Bünger gestand seine Ohnmacht, als er eines Tages Dimitrow zurief: "Im Ausland ist man schon der Meinung, dass nicht ich, sondern Sie die Verhandlung leiten!" (Walter Bartel: Deutschland in der Zeit der faschistischen Diktatur, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, Seite 31)
Um die Anklage endgültig zu erschüttern, beantragte Dimitrow, den eingekerkerten KPD-Vorsitzenden, Ernst Thälmann, als Zeugen zu vernehmen. Dieser Antrag wurde, wie auch die meisten anderen Anträge Dimitrows, vom Gericht abgelehnt. Dimitrow bewies mit seinen so gefürchteten Fragen an die Zeugen eindeutig, dass weder er noch seine Mitangeklagten, noch die KPD die Urheber des Reichstagsbrandes waren. Er wies nach , dass die hinter der Nazipartei stehenden Kräfte einen Anlass suchten, die Widerstandskraft der revolutionären Arbeiterbewegung zu brechen. Am 1. Dezember beschloss das Gericht schließlich, Dimitrow zu verbieten, mündlich Fragen an die Zeugen zu stellen. Alle seine Fragen mussten zuerst dem Gericht vorgelegt werden, und das Gericht entschied nach Ermessen darüber, ob diese Fragen überhaupt gestellt werden dürfen.
Buch-Tipp: Kauderwelsch, American Slang, das andere Englisch Kurz, verständlich, hilfreich Mir hat das Buch sowohl in dem Privatleben als auch in dem Beruf bestens geholfen, mit wenig Aufwand wird sehr viel Wissen vermittelt. Auch wenn Briten in der Tat nicht alles verstehen, zur Konversation in dem US-Englisch ist das Buch unverzichtbar. |
Dimitrows Schlussrede vor dem Reichsgericht Leipzig | |
Der Prozess endete jedoch mit einer schweren politischen Niederlage des Nazi-Regimes. Das ist in erster Linie das Verdienst Georgi Dimitrow, der als Angeklagter zu dem Ankläger gegen das faschistische Regime wurde.
In seinem Schlusswort erklärte Dimitrow: "Ich gebe zu, meine Sprache ist scharf und hart. Mein Kampf und mein Leben waren auch stets scharf und hart. Diese Sprache ist aber eine offene und aufrichtige Sprache. Ich pflege die Dinge beim rechten Namen zu bezeichnen. Ich bin kein Rechtsanwalt, der hier seinen Mandanten pflichtgemäß verteidigt. Ich verteidige meine eigene Person als angeklagter Kommunist. Ich verteidige meine eigene kommunistische, revolutionäre Ehre. Ich verteidige meine Ideen, meine kommunistische Gesinnung. Ich verteidige den Sinn und den Inhalt meines Lebens..." (Georgi Dimitrow: Schlussrede vor Gericht, aus: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Werke in 2 Bänden, Verlag Marxistische Blätter Frankfurt/Main, 1972, Band 1, Seite 70) Dimitrow zeigte auf, wie die Kommunisten für ihre Absichte kämpfen: "Massenkampf, Massenarbeit, Massenwiderstand, Einheitsfront, keine Abenteuer – das ist das Alpha und Omega der kommunistischen Taktik..." (Georgi Dimitrow: Schlussrede vor Gericht, Seite 80)
Er zitierte abschlieĂźend den groĂźen Deutschen Dichter Goethe:
"Lerne zeitig klĂĽger sein.
Auf des GlĂĽckes groĂźer Waage
Steht die Zunge selten ein;
Du musst steigen oder sinken,
Du musst herrschen und gewinnen
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein!"
Aus diesem Dichterwort zog Dimitrow die Schlussfolgerung: "Ja, wer nicht Amboss sein will, der muss Hammer sein!..." (Georgi Dimitrow: Schlussrede vor Gericht, aus: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Werke in 2 Bänden, Band 1, Seite 91)
DreiĂźigmal unterbrach der Vorsitzende Dimitrows Schlussrede.
Am 23. Dezember 1933 endet der Leipziger Prozess mit dem Freispruch der angeklagten Kommunisten. Zunächst erfolgte der Freispruch "wegen Mangels an Beweisen", Dann wurde in der UrteilsbegrĂĽndung hervorgehoben, dass sich Dimitrow insgeheim politisch betätige. Die Freigesprochenen wurden aber zusätzlich in dem Gefängnis festgehalten. Anfang Februar 1934 wurde Dimitrow von Leipzig nach Berlin ĂĽberfĂĽhrt. Dort wurde er in einem Gestapogefängnis zusätzlich festgehalten. Seine Proteste verhallten wirkungslos.
Diese Behandlung entfachte eine globale antifaschistische Solidaritätsbewegung für die Befreiung von Georgi Dimitrow. Stürmische Massenversammlungen in vielen Ländern der Erde und eine Flut von schriftlichen Eingaben, Protesten und Telegrammen an den Gerichtsvorsitzenden, den Reichsanwalt, den Innenminister und an die deutschen Botschaften wuchs täglich. Dennoch zeigte erst eine Intervention der Sowjetregierung Wirkung. Durch Beschluss der Sowjetregierung wurde dem großen bulgarischen Antifaschisten zu Beginn 1934 die sowjetische Staatsbürgerschaft verliehen. Am 27.02 1934, nahezu ein Jahr nach seiner Verhaftung, wurde Dimitrow ohne vorherige Ankündigung aus dem Gefängnis entlassen, auf den Flughafen gebracht und in die Sowjetunion abgeschoben. In Moskau wurde Georgi Dimitrow als „Held von Leipzig“ ein triumphaler Empfang bereitet.
Buch-Tipp: Mathematik-Vorkurs. Übungs- und Arbeitsbuch für Studienanfänger Anspruchsvoller Einstieg in die Mathematik für Naturwissenschaftler Das Buch bietet einen detaillierten Einstieg in die Mathematik und eignet sich gut für die Vorlesungen Mathematik-Vorkus für Studienanfänger Physik (wie dies in der Uni Mainz üblich war). Für weitergehende Vorlesungen in dem Bereich des Physik-Grundstudiums würde ich das Buch weniger... |
Der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale | |
Als Georgi Dimitrow am 2.08 1935 auf dem VII. Weltkongress der Komintern das Wort zu seinem Referat „Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale in dem Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus“ ergriff, stand er in dem dreiundfünfzigsten Lebensjahr. Über drei Jahrzehnte des Kampfes gegen die Reaktion lagen hinter ihm. In diesem Kampf waren zwei seiner Brüder gefallen; Illegalität, Verfolgung und Haft hatten an seiner Kraft gezehrt; während seine Kerkerzeit in dem faschistischen Deutschland war seine Frau, mit der er seit 1906 verbunden war, gestorben; Krankheiten zeichneten ihn. (Rolf Richter: Biographisches Nachwort in: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Reden und Schriften, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1982, Seite 232)
Georgi Dimitrow hatte großen persönlichen Anteil an den Debatten in Vorbereitung auf den VII. Weltkongress, wie auch auf seinen Verlauf . Nicht zuletzt gestützt auf seine unmittelbaren Erfahrungen und seine überzeugenden Argumentationen während des Reichstagsbrandprozesses, aber auch auf seine damit gewonnene Autorität, warf er viele der neu herangereiften Fragen nun in den Leitungsgremien der Komintern auf und drängte konsequent auf ihre Lösung. Dimitrow wurde auf dem VII. Weltkongress einstimmig zu dem neuen Generalsekretär der Komintern gewählt. (Rolf Richter: Biographisches Nachwort in: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Reden und Schriften, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1982, Seite 232)
Bekannt ist, dass er in diesem Zusammenhang mehrere Unterredungen mit J. W. Stalin hatte, der sich öffentlich kaum zu diesen Problemen äußerte und der dann auch bis auf seine Teilnahme an der Eröffnungssitzung den Beratungen des Kongresses fernblieb. (Horst Schumacher: Die Kommunistische Internationale (1919-1943), Dietz Verlag Berlin, 1989, Seite 149)
NĂĽchtern und realistisch, aber auch leidenschaftlich und konsequent parteilich wurde in dieser, die ganze kommunistische Bewegung erfassende Diskussion analysiert, was sich in der bisherigen Politik der Komintern bewährt hatte und darum weitergefĂĽhrt und vervollkommnet werden konnte, aber auch, was den neuen Bedingungen nicht mehr entsprach oder sich direkt als falsch erwiesen hatte und darum ĂĽberwunden werden musste. Auf manche Fragen waren neue Antworten zu finden. Zugleich war es notwendig, sektiererische und dogmatische Vorbehalte in den Reihen der kommunistischen Bewegung zu ĂĽberwinden. Aber es galt auch, die natĂĽrlichen Bedenken vieler Kommunisten zu zerstreuen, ob die häufig recht weitgehenden Ăśberlegungen in bezug au die Haltung zu dem bĂĽrgerlich-demokratischen Staat, zur Sozialdemokratie und zu anderen Partnern in dem antifaschistischen Kampf, die zugleich auch mit Kompromissen verbunden sein musste, nicht zu einem Abweichen von bewährten Prinzipien des proletarischen Klassenkampfes fĂĽhren könnten.
In vier aufeinander abgestimmten Hauptreferaten, von Wilhelm Pieck (Deutschland), Georgi Dimitrow, Palmiro Togliatti („Ercoli“, Italien) und D. S. Manuilski (UdSSR) gehalten, zogen die Leitungsorgane der Komintern nach intensiver kollektiver Vorbereitung und breiter Diskussion in der kommunistischen Bewegung das Fazit aus der bisherigen Geschichte und Politik der Komintern. Sie analysierten umfassend die konkreten Kampfbedingungen und unterbreiteten den Delegierten aus aller Welt in schöpferischer Anwendung des Marxismus-Leninismus und der reichen Erfahrungen der kommunistischen Bewegung in dem Kampf gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg eine geschlossene Konzeption für die weitere Strategie und Taktik der kommunistischen Bewegung zur Beratung und Beschlussfassung. (Rolf Richter: Biographisches Nachwort, Seite 233)
Der Verlauf des Kongresses spiegelte die Einheit und Geschlossenheit der kommunistischen Bewegung wider. „Man kann ruhig sagen, dass auf keinen einzigen der vorangegangenen Kongresse der Kommunistischen Internationale eine solche ideologische und politische Geschlossenheit geherrscht hat wie auf diesem“, stellte Georgi Dimitrow in dem Schlusswort zu seinem Referat fest. (Georgi Dimitrow: Schlusswort auf dem VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale (13. August 1935), aus: Georgi Dimitrow, Ausgewählte Werke, Fremdsprachenverlag Sofia 1960, Seite 184)
Und einige Tage später, als neugewählter Generalsekretär der Komintern genannte er in seiner Schlussansprache den VII. Weltkongress als „Kongress des vollen Triumphes der Einheit zwischen der Arbeiterklasse des Landes des siegreichen Sozialismus – der Sowjetunion – und dem für seine Befreiung kämpfenden Proletariat der kapitalistischen Welt“. (Horst Schumacher: Die Kommunistische Internationale (1919-1943), Dietz Verlag Berlin, 1989, Seite 156) == Die Dimitrow’sche Faschismustheorie ==
Gestützt auf die 13. Tagung des Exekutivkomitees der Komintern vom Dezember 1933, umriss Georgi Dimitrow die Klassennatur des Faschismus mit den Worten: „Der Faschismus an der Macht, Genossen, ist, wie ihn das 13. Plenum des EKKI (Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale) richtig charakterisiert hat, die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“ (Georgi Dimitrow: Bericht auf dem VII. Weltkongress der Komintern, 2. August 1935, aus: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Werke, Fremdsprachenverlag Sofia, 1960, Seite 94)
In dieser knappen Kennzeichnung des Klassencharakters der faschistischen Diktatur lag die Erkenntnis, dass der Faschismus, in welcher Form auch immer, eine der möglichen Antworten des gesamten Monopolkapitals, der gesamten herrschenden Klasse auf die neuen Klassenkampfbedingungen nach 1917 darstellte, dass er zugleich aber die Antwort der brutalsten, der reaktionärsten, abenteuerlichsten, aggressivsten Teile der herrschenden Klasse verkörperte. (J. W. Stalin: Rechenschaftsbericht an den 17. Parteitag über die Arbeit des ZK der KPdSU(B), 26. Jänner 1934, in SW, Dietz Verlag Berlin, 1955, Band 13, Seite 261/262)
Bis zur Gegenwart hat sich diese Einschätzung der Faschismusproblematik als richtig erwiesen. Die Erfahrung mit den verschiedenartigen faschistischen Regimes, besonders natürlich die mit der nazifaschistischen Diktatur, verarbeitete Dimitrow in all ihrer Differenziertheit. Er verwies darauf, dass die Gesetze des Kapitalismus, insbesondere die Klassengegensätze, unter den neuartigen Bedingungen der faschistischen Diktatur weiterwirken. Dimitrow warnte davor, alle reaktionären Maßnahmen der Bourgeoisie „als Faschismus und sogar das gesamte nichtkommunistische Lager als faschistisch zu betrachten“. (Georgi Dimitrow: Schlusswort auf dem VII. Weltkongress der Komintern, 13. August 1935, aus: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Werke, Fremdsprachenverlag Sofia, 1960, Seite 190)
Die Frage nachdem Verhältnis von bürgerlich-parlamentarischer Demokratie und Faschismus hat die Komintern über Jahre hinweg beschäftigt.
Auf dem VII. Weltkongress konnte Dimitrow die Erkenntnis formulieren: „ Der Machtantritt des Faschismus ist nicht die einfache Ersetzung einer bürgerlichen Regierung durch eine andere, sondern die Ablösung einer Staatsform der Klassenherrschaft der Bourgeoisie, der bürgerlichen Demokratie, durch eine andere, durch die offene faschistische Diktatur. Die Ignorierung dieses Unterschiedes wäre ein ernster Fehler.“ (Georgi Dimitrow: Bericht auf dem VII. Weltkongress der Komintern, 2. August 1935, aus: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Werke, Fremdsprachenverlag Sofia, 1960, Seite 95)
Wichtige Erkenntnisse enthielten Dimitrows Arbeiten zur Massenbasis und zu dem Masseneinfluss des Faschismus, zu dessen Ideologie, zur nationalen und sozialen Demagogie. Dabei hob er die Anpassungsfähigkeit der faschistischen Ideologie an die nationalen Besonderheiten jedes Landes und an den Eigenarten der verschiedenen sozialen Schichten hervor. „Und die Massen des Kleinbürgertums, selbst ein Teil der Arbeiter, durch die Not, die Arbeitslosigkeit und die Ungewissheit ihrer Existenz zur Verzweiflung getrieben, werden Opfern der sozialen und chauvinistischen Demagogie des Faschismus. (Georgi Dimitrow: Bericht auf dem VII. Weltkongress, Seite 98)
Dimitrow verwirklichte mit dieser Studie ein weiteres Mal jene Aufforderung zur schöpferischen Faschismusanalyse, die er in seinem Schlusswort auf dem VII. Weltkongress äußerst hatte: „Keinerlei allgemeine Charakteristik des Faschismus, mag sie an sich noch so richtig sein, erlässt uns die Notwendigkeit, die Eigenart der Entwicklung des Faschismus und der verschiedenen Formen der faschistischen Diktatur in einzelnen Ländern und in verschiedenen Etappen konkret zu studieren und zu berĂĽcksichtigen.“ Dimitrow lehnte es ab, „irgendein allgemeines Entwicklungsschema fĂĽr alle Länder und alle Völker aufstellen zu wollen“. (Georgi Dimitrow: SchluĂźwort auf dem VII. Weltkongress, Seite 187/188)
Georgi Dimitrows Schöpfertum vermochte der marxistischen Faschismusanalyse bis in die Gegenwart nachhaltige Impulse zu verleihen, um den Erkenntnisprozess über den Faschismus, dieser gefährlichen Waffe des Imperialismus, weiterzuführen. (Rolf Richter: Biographisches Nachwort in: Georgi Dimitrow – Ausgewählte Reden und Schriften, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1982, Seite 241) == Abschließendes ==
Georgi Dimitrow blieb bis zur Auflösung der Kommunistischen Internationale 1943 deren Generalsekretär. Danach richtete er sein Hauptaugenmerk wieder auf die Entwicklungen in seinem Heimatland Bulgarien.
1941, also schon während des zweiten Weltkrieges, nahm die Bulgarische Kommunistische Partei unter seiner Führung Kurs auf einen bewaffneten Aufstand und organisierte den Partisanenkampf. Die BKP stellte sich unter seiner Leitung zugleich an die Spitze des Kampfes gegen die faschistischen Truppen in seiner Heimat und initiierte eine bulgarische „Vaterländische Volksfront“.
Nach dem Sieg ĂĽber den Faschismus kehrte Dimitrow in seine bulgarische Heimat zurĂĽck. Er wirkte in fĂĽhrender Position fĂĽr die neue Volksdemokratie. Georgi Dimitrow starb am 2. Juli 1949.
Die internationale kommunistische und Arbeiterbewegung verlor damals einen ihrer mutigsten und klügsten Köpfe. Dimitrow war und bleibt ein großes Beispiel eines leidenschaftlichen Kämpfers gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg, für die soziale und politische Befreiung der Menschheit. == Literaturverzeichnis ==
Georgi Dimitroff – Ausgewählte Werke, Fremdsprachenverlag Sofia, 1960
Georgi Dimitroff – Ausgewählte Werke in 2 Bänden, Verlag Marxistische Blätter Frankfurt/Main, 1972
Stella Blagojewa: Georgi Dimitrow – Kurze Lebensbeschreibung, Dietz Verlag Berlin, 1954
Institut fĂĽr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED: Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung in Daten, Globus Verlag Wien, 1986
Horst Schumacher: Die Kommunistische Internationale (1919-1943), Dietz Verlag Berlin, 1989
Rolf Richter: Biographisches Nachwort in: Georgi Dimitroff – Ausgewählte Reden und Schriften, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1982
Historische Kommission beim ZK der KPÖ: Die Kommunistische Partei Österreichs – Beiträge zu ihrer Geschichte und Politik, Globus Verlag Wien, 2. Auflage 1989
Georgi Dimitroff: Reichstagsbrandprozess, Dietz Verlag Berlin, 6. Auflage, 1978
Walter Bartel: Deutschland in der Zeit der faschistischen Diktatur, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955
Stalin-Werke, Dietz Verlag Berlin, 1955
|
Weiteres zu dem Artikel Georgi Michajlow Dimitrow | | Andere Leser interessierten sich auch für folgende Beschreibungen: | Antrag, Antwort, Bolschewismus, Bourgeoisie, Brandstiftung, Dezember, Erkenntnis, Gericht, Henker, Imperialismus, Interessen, Krankheiten, Oktoberrevolution, Propagandaminister, Regel, Regime, Teilnahme | | Schnellzugrif auf verwandte Texte: | | | NEU! Frage im Forum zum Thema: | | Wenn die Beschreibung 'Georgi Michajlow Dimitrow' Ihrer Meinung nach nicht korrekt ist oder in aktueller Version Fehler enthalten sind oder es fehlt die Georgi Michajlow Dimitrow Definition, dann klicken Sie bitte auf "Beschreibung bearbeiten" und schreiben Sie die Eigene Version des Textes. Die Änderungen in der Beschreibung werden sofort aktiv und für alle sichtbar. Ein Administrator wird Ihre Version der Beschreibung und Definition von 'Georgi Michajlow Dimitrow' nachher prüfen. Bitte achten Sie auf die Urheberrechte (Copyright). Wir sind für die besseren Beschreibung von 'Georgi Michajlow Dimitrow' und 'Georgi Michajlow Dimitrow' Definition sehr dankbar.
Alle Tipps zu den Bücher auf dieser Seite wurden automatisch generiert. D.h. die Bücher wurden aus einer Datenbank von dem Computer ausgesucht. Deshalb kann es vorkommen, dass vorgeschlagene Bücher nicht ganz der 'Georgi Michajlow Dimitrow' Beschreibung entsprechen.
|
|
|
· Diese Seite wurde bisher 612 mal abgerufen. · Letzte Counteraktualisierung erfolgte am 16.05.2008 um 19:54:54 · Diese Seite wurde zuletzt geändert um 08:58, 3. Sep 2004. · Letzte Portalaktualisierung erfolgte um 08:00:00 GMT, 25.02.2008
|